Wer bin ich?

 

Diese Frage, tauchte in den letzten 5 Jahren immer häufiger auf und rückte mehr und mehr in den Vordergrund.

 

Auslöser waren gewisse Situationen, die sich wie ein roter Faden, durch mein Leben gezogen haben.

Ich konnte die Frage nicht mehr länger ignorieren und begab mich auf die Suche.

 

Gut, ich könnte jetzt auch einen Lebenslauf hier verfassen, mit meinem Namen, meinem Alter, meinem beruflichen Werdegang usw. aber all das macht mich nicht aus. Ich bin nicht mein Name, mein Alter und ich identifiziere mich auch nicht mit dem, womit ich meine Brötchen verdiene. Der wahre Kern, sitzt tief in mir drin und den wollte ich entdecken, bzw. ich bin immer noch dabei. 

 

Man kann sich das wie bei einer Häutung von Schlangen vorstellen, oder wer Schlangen nicht mag, einer Metamorphose eines Schmetterlings. 

Dies, geschieht nicht von jetzt auf gleich, so quasi über Nacht. Es ist ein Prozess und dieser Prozess ist nicht immer einfach, ich stecke mitten drin.

 

Aber wer bin ich nun?

 

In mir sind so viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Ich bin ein komplexes Wesen.

 

Angefangen, mit dem verspielten kleinen Mädchen, welches gerne lacht und und staunend die kleinen Wunder der Natur beobachtet und ganz verrückt nach kleinen Hundewelpen ist. Das Mädchen, was sich Nähe und Geborgenheit wünscht.

 

Die alte Weise Frau in mir, die sehr feinfühlig ist und alles in ihrer Umgebung, mit feinsten Antennen wahrnimmt. Die tiefgründig ist und hinter die Fassaden blickt.

 

Die Mutter in mir, die empathisch mit anderen Lebewesen mitfühlt, die den Mond betrachtet und alles andere um sich herum vergisst. Die beschützt und besorgt anderen zur Seite steht.

 

Da gibt es die innere Kriegerin, die auch mal laut werden kann. Die wütend wird, wenn es zu viel wird und Grenzen setzt. Die sich verteidigt, wenn es drauf ankommt.

 

Die Rebellin, die ihre Freiheit braucht und sich nicht in einen goldenen Käfig sperren lässt. Die gerne mal provoziert und mit einem sarkastischen Humor kontert.

 

Und last but not least, gibt es noch die Mystikerin, die sich für alles interessiert, was nicht greifbar ist. Wie beispielsweise Astrologie, Tarot oder Mondrituale.

 

Ich lebe ein Leben voller Gegensätze. Als typischer Zwilling, wäre mir schnell langweilig.

Auf der einen Seite, genieße ich die Stille und bin gerne alleine. Auf der anderen Seite, brauche ich den Kontakt zu anderen Menschen. 

Mein Ziel ist es daher nicht, meditierend und erleuchtet auf einen Berg im Himalaya zu sitzen.

Ich lese gerne Bücher, gehe aber auch gerne feiern. Ich trinke meinen Yogi Tee aber genauso gerne, ein kühles blondes.

In der Natur, tanke ich Energie und in der City, beobachte ich das bunte treiben.

 

Diese Komplexität anzuerkennen, war nicht immer leicht. Viel zu lange, habe ich gewisse Anteile einfach verdrängt und wollte mich der gesellschaftlichen Norm anpassen. Manche Anteile, wollte ich auch gar nicht wahr haben. Ich habe sie quasi abgespalten.

Ich wollte nie schwach sein, mir zugestehen, dass ich Geborgenheit brauche oder mir zugestehen, dass ich mein Bedürfnis nach Freiheit äußern darf. Dieses ewige hin und her, mit Nähe und Distanz hat mich ziemlich oft an mir selbst zweifeln lassen.

Ich dachte: "Was stimmt denn mit mir nicht?" Gerade beim Thema Beziehung, tauchte diese Frage oft auf.

 

Das Thema Beziehung, war auch im übrigen der rote Faden, von dem weiter oben im Text, die Rede ist.

Mit jeder gescheiterten Beziehung, mit jeder Begegnung die in mir etwas ausgelöst hat, kam ich immer mehr der Frage "Wer bin ich?" auf die Spur. Viele meiner Seelengespräche, beziehen sich daher auf dieses Thema. 

     

Zu verstehen, dass ich all die oben genannten Anteile besitze und diese mich ganz machen, hat mir die Last von meinen Schultern genommen, die ich die ganzen Jahre mit mir herumgeschleppt habe. Ich tänzel zwar nicht wie eine Fee durchs Leben und verteile Feenstaub, aber immerhin habe ich meinen schweren Rucksack abgenommen.